Mittwoch, 28. August 2013

Am Frankfurter Flughafen ein letzten Mal umdrehen und auf geht´s in den Flieger Richtung Süd-Amerika. 18 Flug- und 3 ½ Aufenthaltsstunden in Sau Paulo später ist es dann endlich so weit: Der erste Fuß auf peruanischem Boden. Eine Mischung aus Dunst, Nebel und Abgasen liegt über Lima und versperrt die Sicht auf den blauen Himmel, von dem ich noch circa eine Stunde vorher die wunderschöne karge, und mit Schnee bedeckten Bergen durchzogene Landschaft Perus genossen habe. Die Temperatur ist leider nicht mehr so schön warm wie in Deutschland – in Peru ist Winter – und eine Jacke ist angesagt. In Kombination mit der Klimaanlage im Flugzeug habe ich mir mittlerweile einen Schnupfen eingefangen - egal. 
Haupteingang der ACJ

Ein kleines „Empfangskomitee“ begrüßt uns herzlich, genau wie wenig später viele andere Peruaner in der ACJ (CVJM). Die erste Führung durch die ACJ lässt mein Herz etwas höher schlagen: So viele verschiedene Sportmöglichkeiten an denen ich, wenn es die Zeit zulassen sollte, teilnehmen kann. Ein Schwimmbad, Fitnessräume, ein Fußballplatz und ein Volleyballfeld – um nur ein paar Dinge aufzuzählen.

Für die nächsten zwei Wochen wohnen wir Volontäre nun hier in der ACJ und lernen erste einmal alles kennen, ehe es in die Gastfamilien geht. 

Donnerstag, 15. August 2013

Aussendungsgottesdienst

Herzliche Einladung zu meinem Aussendungsgottesdienst am Sonntag (18. August 2013) in der Erlöserkirche Schalksmühle (Worthstraße 4). Im Gottesdienst werde ich etwas über das vor mir liegende Jahr erzählen und anschließend gesegnet.
Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
Ich würde mich freuen, einige von Euch noch einmal zu sehen.


Samstag, 10. August 2013

Vorbereitungsseminar in Kassel

Auf meinem Flugticket steht: „Abreise 25. August“. Ich weiß, von diesem Zeitpunkt an beginnt für mich ein unvergessliches Jahr in Peru. Und so sehr ich ahnen kann, was unvergessliches vor mir liegt, so kann ich jetzt schon mit Gewissheit sagen, was in Bezug auf Peru unvergessliches hinter mir liegt – das neuntägige Vorbereitungsseminar in Kassel.
Den „Feinschliff“ für ein Jahr im Ausland holte ich mir vom 10. bis zum 18. Juli im CVJM-Tagungshaus mit insgesamt 27 weiteren Volontären. Neben meinem achtköpfigen Peru-Team wird es die anderen Teilnehmer in den kommenden Tagen und Wochen in mindestens Zweier-Teams in die Länder Äthiopien, Chile, Costa Rica, Hongkong, Indien, Kolumbien und Togo ziehen (die jeweiligen Blogs finden sich am rechten Bildschirmrand unter „die Blogs der anderen Volontäre“).
Die CVJM-Volontäre für die Länder Äthiopien, Chile, Costa Rica, Hongkong, Indien, Kolumbien, Peru und Togo
Allen voran diese große Volontärsgemeinschaft, mit ihren 28 bemerkenswerten Persönlichkeiten, hat das Seminar für mich zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Noch nie habe ich mit so vielen Christen eine solch intensive Zeit und Gemeinschaft erleben dürfen – danke Gott!
Aber auch die eigentliche Vorbereitung in den verschiedenen Einheiten – vier an einem Tag -  würde ich in der Summe als gelungen beschreiben, was nicht zuletzt auch an den Referenten lag, die zum Teil ebenfalls als CVJM-Volontäre im Ausland waren. „Erwartungen“, „Mich selber leiten“, „Länderkunde“, „Entwicklungspolitik“ und „Interkulturelles Lernen“ waren einige der Themen, die es auf unserem Wochenplan abzuarbeiten galt. Durch ein Planspiel, in dem wir unter anderem in die Rollen von Arbeitern in Togo und Japan, oder aber in die der UNO schlüpften, wurden uns besonders deutlich gemacht, wie gering die Chancen von Entwicklungs- oder Schwellenländer sind, schuldenfrei zu werden und wie die Industrienationen im Vergleich immer größere Gewinne erzielen.
Auswertung des Planspiels
Aufgelockert wurden die Einheiten immer wieder durch kleine, einfache und meist sehr lustige Spiele, bei denen ich mich jetzt schon freue, sie in Lima wiederholen zu können.
So sehr das Seminar auch meine Vorfreude geschürt hat, umso dankbarer bin ich auch dafür, dass uns nochmals klar vor Augen geführt wurde, dass es nach dem Jahr durchaus zu dem Gefühl kommen kann, am Einsatzort nichts erreicht zu haben. Und dennoch: Ich fühle mich hoch motiviert, sehr gut vorbereitet – von meinem Spanisch an dieser Stelle mal abgesehen – und an der Seite eines super Teams.  

Weitere Infos über das Vorbereitungsseminar:  
http://www.cvjm-blog.de/2013/07/16/vorbereitungs-seminar-der-nachsten-generation/



Freitag, 5. Juli 2013

„Was richtige Armut bedeutet“: Ein Jahr in Peru

SCHALKSMÜHLE - Abitur und jetzt Abenteuer Anden: Alexander Blümel wird für ein Jahr nach Peru ziehen. Dort wird er ein Freiwilliges Jahr in der Jugendarbeit absolvieren. Schon im August beginnt der Trip des 19-Jährigen. 


Direkt nach der Schul- die Unibank zu drücken, kam für Alexander Blümel nicht in Frage. "Ich will mich erst orientieren und mir darüber klar werden, was ich eigentlich machen will", sagt der 19-Jährige.

Obwohl er in der vergangenen drei Jahren sein Abitur an dem kaufmännischen Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver-Ostendorf gemacht hat, tendiert Blümel zurzeit in eine andere Richtung - den sozialen Bereich. "Bei Jugendfreizeiten, die ich als Betreuer begleitet habe, habe ich gemerkt, dass ich in dieser Arbeit aufgehe." Unter anderem begleitete Blümel Konfirmations- und Sommerfreizeiten der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück. Darüber hinaus ist der 19-Jährige beim CVJM Kreisverband aktiv. "Ich bin Christ", sagt Alexander Blümel bestimmt. Seine Erfahrungen in der Jugendarbeit und sein Glaube sind zwei Dinge, die ihn bei der Entscheidung für den Freiwilligendienst  bewogen haben, sich für eine Stelle in der Kinder- und Jugendarbeit bei der Arbeitsgemeinschaft der CVJM Deutschlands (kurz: CVJM AG) zu bewerben. Da Südamerika ihn schon immer faszinierte, entschied er, sich für das Programm in Peru zu bewerben. Der Kontinent hat für ihn etwas Geheimnisvolles - die Geschichte der Inka und Maya begeistert ihn. Außerdem wollte er in ein Land gehen, in dem Hilfe gebraucht wird. "In Deutschland klagen wir auf einem hohen Niveau. Ich will lernen, was richtige Armut bedeutet", meint Blümel.

In Peru will sich der 19-Jährige als Ausländer in einem neuen Land, das nicht zu den Industrienationen gehört, durchschlagen. Eine Aufgabe, an der er seiner Meinung nach wachsen und reifen wird. Naiv geht Alexander Blümel aber dennoch nicht vor: An der Schule hatte er drei Jahre lang Spanisch-Unterricht. Die Kenntnisse will er nach der Ankunft in der Landeshauptstadt Lima weiter ausbauen.

In Workshops auf einem ersten Vorbereitungswochenende informierte er sich über die Landesbräuche, die Einstellung der Menschen und das Verhalten in bestimmten Situationen. Blümel: "Ich möchte das Land Peru mit seiner Kultur und seinen Menschen kennenlernen, neue Freundschaften knüpfen und wissen was es heißt, unter einfachsten Umständen zu leben, um so andere Sichtweisen auf das Leben zu bekommen." Andererseits will er helfen, "Freude und Spaß in das Leben der Kinder und Jugendlichen zu bringen und ihnen das Reich Gottes näher zu bringen". 
Anders als in Deutschland steht der CVJM dort nicht primär für eine christliche Gemeinschaft, sondern für Sport- und Freizeitangebote. An diesem Punkt kommt Alexander Blümel seine Tätigkeit als Sportler entgegen: Unter anderem ist er in Schalksmühle als Handball-Schiedsrichter und seit fünf Jahren als Pressewart im SGSH Juniors aktiv. Allerdings gibt er diese Tätigkeiten wegen des Peru-Aufenthaltes auf. Wohnen wird Blümel zuerst bei einer Gastfamilie in Lima und nach einem halben Jahr in einem anderen Ort in Peru. Auskommen muss er dort mit 100 Euro im Monat. "Gemessen an den Einkommen der Familien ist das aber viel Taschengeld." Nach dem Jahr will Blümel entscheiden, wie es weiter geht. Soziale Arbeit zu studieren könnte er sich vorstellen. Auch der Bereich Journalismus käme in Frage. "Wenn ich in dem einen Jahr so in der Aufgabe aufgehe wie in den Freizeiten, werde ich die soziale Richtung einschlagen." Auswandern kommt für ihn aber definitiv nicht in Frage - "hier in der Gegend bin ich zu sehr verwurzelt". 

Das Jahr in Peru kostet viel Geld. Der Dienst wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe im Rahmen des Programms "weltwärts" unterstützt, sodass ein Großteil der Kosten übernommen wird. "Dennoch müssen wir Volontäre und der CVJM immer noch einen ordentlichen Anteil zum Kuchen zusteuern", erklärt Alexander Blümel. Daher hofft er auf Spenden, um sein Projekt zu realisieren. 

Diese sind auf das Konto von der "AG der CVJM Deutschlands" unter der Nummer: 12 10, bei der EKK Kassel, BLZ: 520 604 10 möglich. Als Vermerk ist anzugeben: "Spende Volontariat Alexander Blümel", Auftraggeber: Adresse des Spenders (für die Spendenbescheinigung). 

- Von Matthias Clever